Was mir durch den Kopf geht

Ich bin ein mittelmäßiger Perfektionist

Mein „Schaffensdrang“ – oder wie auch immer man das nennen möchte – treibt mich an und lähmt mich oft gleichermaßen. Häufig habe ich das Gefühl, dass viele Menschen (insbesondere in meinem nahen Umfeld) nicht verstehen können, warum ich so bin, wie ich bin. Ein Erklärungsversuch:

Ich muss etwas (er)schaffen…

Der beständige Schaffensdrang ist zweifellos ein Teil von mir. Ich kann nicht unterscheiden, ob ich einfach nur etwas schaffen möchte, im Sinne des erfolgreichen Gelingens, oder ob ich tatsächlich etwas im schöpferischen Sinn erschaffen will.
Dieser Drang ist der Antrieb in meinem Leben, die Ursache meiner Produktivität. Bin ich nicht produktiv, bin ich unruhig, missmutig und desorientiert.
Bin ich produktiv, bewerte ich das Ergebnis meines Wirkens grundsätzlich kritisch und fast ausschließlich negativ. Dabei ist das Gefühl des Versagens leitgebend, gepaart mit dem frustrierenden Gefühl, dass ich es hätte besser machen können.

Hätte ich es wirklich besser machen können, oder ist dieses Gefühl nichts weiter als fehlgeleitete Überheblichkeit? Vielleicht hätte ich es ja auch nicht besser machen können. Ich glaube, ich bin gefangen in einer Fantasiewelt, in der ich eines Tages mir selbst und allen anderen beweise, dass ich es eben doch besser machen kann.
Aber was, wenn ich es eben nicht besser machen kann?

…und ich kann nicht aufhören

Ich ertrage meine Mittelmäßigkeit nur schwer und mithilfe der leisen Stimme, die beständig flüstert: „Eines Tages wirst du deinen eigenen Ansprüchen gerecht werden.“
Ich versuche immer, die Ergebnisse meiner Produktivität als Übung anzusehen, wenn sie meinen Ansprüchen nicht genügen. Als eine Art Pflasterstein auf dem Weg zur Selbstzufriedenheit.
Selbstzufriedenheit wünsche ich mir zutiefst und sie bedeutet für zweierlei: Dass ich nicht nur mit mir selbst im Reinen bin, sondern auch (und vor allem) mit dem, was ich schaffe – oder erschaffe.
Davon bin ich meilenweit entfernt. Getrieben von meinem Drang spucke ich tourette-artig Dinge aus und hoffe, dass irgendwann endlich das Richtige dabei herauskommt. Vielleicht wird es nie passieren. Vielleicht spielt es auch keine Rolle. Aufhören kann ich nämlich nicht.

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