Lyrik & Prosa

Rote Blumen

Nach Blut und Erde riecht die Luft
nach Tod und nach Vergänglichkeit
und Stille trägt den morschen Duft
empor aus tiefster Einsamkeit

Sprachlos stehen Strauch und Bäume
keine Stimmen – hohles Schweigen
Aus den Leibern fliehen Träume,
Schemen, die sich stumm verneigen

Mag dies Bild nicht ewig währen
soll’s doch nie vergessen sein
blüht das Land und wachsen Ähren
sei, was schön ist, falscher Schein

Grüne Gräser sollen stehen
Wo gebroch’ne Leiber lagen
wispernd soll der Wind durchwehen
„Hört! Der Wind ist voller Klagen!“

Rote Blumen sollen mahnen
jeden, den das Land empfängt
flüstern Stimmen ihrer Ahnen
„Seht, das Land ist blutgetränkt!“

Previous Post Next Post