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Wie kriege ich als Youtuber kostenlose Produkte?

Mann, haben die es gut, diese Youtuber. Ständig kriegen sie coole, kostenlose Produkte geschickt! Als kleiner oder mittelgroßer Youtuber muss man sich dafür schon etwas ins Zeug legen, wenn einem keine kostenlosen Lippenstifte, Gaming-Mäuse und Aboboxen in den Schoß fallen. Wie man als Youtuber an kostenlose Produkte kommt, möchte ich euch in diesem Artikel erklären.

1. Firmen anschreiben

Der erste Weg ist auch zugleich der offensichtlichste: Du kannst Firmen anschreiben und um kostenlose Produkte bitten. Hierbei ist allerdings etwas Geschick und Ausdauer gefragt. Als ich anfing, auf meinem Kanal Aboboxen zu testen, durchforstete ich das Internet nach allen erdenklichen Aboboxen und erstellte eine Liste. Insgesamt habe ich etwa 40 Firmen angeschrieben und um eine kostenlose Abobox gebeten.

Wie formuliere ich ein Anschreiben?

Beim Anschreiben war ich immer um einen professionellen und kompetenten Eindruck bemüht. Wenn du auf der Firmenwebseite den richten Kontaktweg ausfindig gemacht hast – per Email oder Kontaktformular – formuliere zunächst eine gute Anrede. Gibt es einen Ansprechpartner? Dann geht es los mit „Hallo Anja!“ oder „Sehr geehrte Frau Schröder“. Gibt es keinen Ansprechpartner, halte dich an „Liebes (Firmenname) Team“. Dann folgt eine kurze Vorstellung: Wer bist du und was machst du?

Dann kommst du langsam zur Sache und sagst zum Beispiel, dass du auf deinem Kanal Hardware vorstellst oder Beauty-Produkte testest oder eben – wie in meinem Fall – Aboboxen unter die Lupe nimmst. Am besten fügst du direkt einen Link zu einem passenden, gelungenen Video hinzu, damit dein Kontakt sich einen Eindruck von deiner Arbeit verschaffen kann.

Jetzt formulierst du dein Anliegen hübsch verpackt, in Form eines Angebotes: „Gerne stelle ich auch Ihre Abobox auf meinem Kanal vor, wenn Sie mir ein kostenloses Exemplar zukommen lassen.“

Abschließend empfehle ich so etwas wie „Melden Sie sich gerne, wenn Sie Interesse am Angebot haben oder noch Fragen offen geblieben sind!“ und dann unterschreibst du die Mail mit deinem echten Namen – nicht mit deinem Youtubenamen, wie zum Beispiel KevinLPXX00.

Und vergiss nicht, deine relevanten Social Media Seiten zu verlinken, also beispielsweise Youtube, Twitter, Facebook und Instagram.

Wie geht es weiter?

Viele Firmen werden nicht auf die Anfrage reagieren und auch mit Absagen ist zu rechnen. Lass dich dadurch nicht entmutigen. Einige Firmen werden dir bestimmt eine Chance geben, dich zu bewähren! Reagiere am besten auch auf Absagen, bedanke dich für die Antwort und biete an, dass sie sich zu einem späteren Zeitpunkt gerne erneut melden können, sollten sie doch noch Interesse an einer Kooperation haben.

Wenn du eine Zusage erhälst, verschwende keine Zeit und antworte zügig mit den benötigten Informationen, wie beispielsweise deiner Anschrift. Beantworte Rückfragen schnell und höflich und halte dich an vereinbarte Deadlines. Sobald dein Video online ist, sende alle Links an die Firma und vergiss nicht, dich für die Kooperation zu bedanken.

Sollten das Video und etwaige Social Media Posts gut performt haben, kannst du nach 30 Tagen nochmal eine Zusammenfassung schicken, in der du Reichweite und gegebenenfalls Zuschauerbindung oder Interaktionen aufgelistet sind. So rufst du dich selbst noch einmal ins Gedächtnis der Firma und hinterlässt einen professionellen Eindruck. Bedenke: Viele Werte, wie zum Beispiel die Reichweite von Tweets und Facebookposts oder die Zuschauerbindung von Youtubevideos, können Außenstehende in der Regel nicht einsehen.

2. Auf dich aufmerksam machen

Wenn du in der Vergangenheit Produkte gekauft hast, um sie auf deinem Kanal vorzustellen, kannst du die entsprechenden Videos auf den Social Media Seiten der Firma posten, um auf dich aufmerksam zu machen. Auf Facebook kannst du beispielsweise einen Kommentar schreiben und deinen Videolink einfügen oder einen Gastbeitrag auf der Seite schreiben, wenn dies möglich ist. So gewinnst du möglicherweise nicht nur die Aufmerksamkeit der Firma, sondern auch die von Besuchern der Seite, die dann über deinen Link stolpern.

Mit etwas Glück schreibt die Firma dich dann vielleicht an und bittet dich ein neues oder anderes Produkt doch auch noch auf deinem Kanal vorzustellen.

3. Mit Influencer Plattformen arbeiten

Es gibt Seiten, die als Brücke zwischen Influencern, also Youtubern wie dir, und Firmen dienen. Firmen, die Influencer suchen, wenden sich an diese Seiten, die daraufhin Giveaway- oder Produktplatzierungskampagnen ausschreiben, auf die sich wiederum die Influencer bewerben können. Beispiele hierfür sind Reachhero, Tubevertise und Buzzbird.

Wenn du dich auf diesen Seiten registrierst, verknüpfst du deine Socialmediakanäle mit der Seite. Du kannst dich auf alle Kampagnen bewerben und entsprechend deiner Reichweite wird dir ein Betrag empfohlen, den du von der Firma verlangen kannst.

Der Vorteil: Viele Kampagnen zur Auswahl und eine gewisse Zahlungssicherheit durch die Influencer Plattform.

Der Nachteil: Die Seite nimmt sich einen Anteil deiner Bezahlung, zum Beispiel 20%. Wie hoch der Anteil ist, wird in der Regel direkt beim Festlegen des Betrages angezeigt.

4. Herz und Verstand

  • Nimm nicht jeden Scheiß! Bewirb dich nur für Kampagnen, die dich wirklich interessieren und die zu dir und deinem Kanal passen. Halbherzige Produktpräsentationen erkennen Zuschauer schnell!
  • Verkauf deine Meinung nicht! Halte dich fern von Knebelverträgen, die dir beispielsweise vorschreiben, dass du dich über ein Produkt nur positiv äußern darfst. Wenn eine Firma von ihrem Produkt überzeugt ist, hat sie solche Klauseln nicht nötig. Und wenn ihr euch nur für coole Kampagnen bewerbt, werdet ihr vermutlich nur selten in die Situation kommen, dass ihr ein Produkt negativ bewerten müsst, dass ihr gesponsert bekommen habt.
  • Sei professionell! Sei zuverlässig und verbindlich gegenüber deinem Geschäftspartner. Halte dich an Vereinbarungen. Du wirst bezahlt oder erhälst zumindest einen gewissen materiellen Wert, also solltest du das Ganze auch als deine Arbeit betrachten und dementsprechend seriös damit umgehen.
  • Sei ehrlich zu deiner Community! Gesetzliche Vorgaben rund um Produktplatzierungen einzuhalten ist das Eine. Darüber hinaus solltest du vor allem deiner Community gegenüber immer ehrlich sein und Sponsoring oder Produktplatzierung nie verschleiern. Sag einfach ehrlich dazu, dass du Produkte geschenkt bekommen hast oder für eine Produktplatzierung bezahlt wirst.

Produktplatzierungen und kostenlose Produkte sind nichts Schlechtes – im Gegenteil: Sie können für deinen Kanal und deine Community einen Mehrwert bedeuten!

Organisations-Tipps

Finanzplan erstellen – Behalte dein Geld im Blick

Wie kann man einen Finanzplan erstellen? Ich zeige dir, wie man ohne Vorwissen im Umgang mit Excel oder Google Tabellen einen praktischen und übersichtlichen Finanzplan erstellen kann. So behältst du monatliche Einnahmen und Ausgaben im Auge und weißt immer genau, wie viel Geld du noch hast und ausgeben kannst.

Welches Programm verwenden?

Wenn du einen Finanzplan erstellen möchtest, wie im Video gezeigt, kannst du das zum Beispiel mit Google Tabellen, Microsoft Excel oder Libre Office Calc tun. Microsoft Excel ist nicht kostenlos, aber etwas anwenderfreundlicher als die kostenlose Alternative Libre Calc. Ich benutze im Video Google Tabellen, denn es ist kostenlos und außerdem jederzeit online abrufbar – mit der entsprechenden App auch vom Smartphone aus. Zudem kann man es mit einer weiteren Person teilen, wenn man möchte. So kann man zum Beispiel dem Lebenspartner Zugriff gewähren, wenn man gemeinsam das selbe Konto nutzt oder beide Konten im Blick behalten möchte.

Einnahmen

  1. Gib im Feld B2 deinen Kontostand ein, den du am Ende des Vormonats hattest, bevor deine Einnahmen auf dein Konto überwiesen wurden.
    Schreibe die Bezeichnung „Kontostand“ in Feld A2. Du kannst das Feld B2 auch erstmal leer lassen und später ausfüllen. Die Berechnung wird am Ende aber nur stimmen, wenn du hier den richtigen Betrag eingetragen hast.
  2. Gib den aktuellen Monat in Feld B1 ein.
    Klicke danach auf das Feld, halte die linke Maustaste gedrückt und ziehe den Mauszeiger in der Zeile nach rechts. So werden nachfolgende Monate automatisch in der Zeile angezeigt.
  3. Gib die Beträge deiner monatlichen Einnahmen in der Spalte unterhalb des aktuellen Monats ein (Spalte B) und starte im Feld B3.
    Ein Betrag pro Feld. Schreibe die Bezeichnungen der Beträge in die gleiche Zeile in Spalte A, z.B. Gehalt, BaFöG, Nebenjob und so weiter.
  4. Markiere Spalte B und klicke oben in der Werkzeugleiste auf die [€] Schaltfläche.
    Dadurch werden die Beträge automatisch als Euro-Betrag angezeigt.

Feste Ausgaben

  1. Gib in Spalte B, unter deinen Einnahmen, deine monatlichen Ausgaben an.
    Setze ein Minus vor alle Ausgaben-Beträge und schreibe die Bezeichnungen der Beträge in die gleiche Zeile in Spalte A, z.B. Internet & Telefon, Netflix, Strom und so weiter.
  2. Halte die Shift-Taste gedrückt und ziehe den Mauszeiger über alle Felder, in denen Beträge von festen Ausgaben stehen, z.B. B3 bis B10 und ziehe dann den Mauszeiger in den Zeilen nach rechts.
    So werden die festen Ausgaben automatisch auch in den nächsten Monaten angezeigt.
  3. Gib darunter in Spalte A die Bezeichnungen für alle Ausgaben an, die regelmäßig, aber nicht monatlich anfallen, z.B. GEZ-Gebühren, Amazon-Prime und so weiter.
    Trage die entsprechenden Ausgaben-Beträge in die Spalten der Monate ein, in denen die Beträge abgebucht werden.

Alle anderen Ausgaben

Damit ist das Geld gemeint, das du jeden Monat für Lebensmitteleinkäufe, Kleidung und so weiter ausgibst. Diese Ausgaben müssen all im Finanzplan eingetragen werden. Trägst du alle Konto-Abbuchungen konsequent in den Finanzplan ein, wirst du immer sehen können, wie viel Geld dir im Monat noch übrig bleibt.

  1. Trage die Bezeichnung „Lebensmittel“ unter den festen Ausgaben in Spalte A ein.
  2. Trage in Spalte B jeden Lebensmitteleinkauf ein.
    Lasse ein paar Zeilen für weitere Einträge frei, je nachdem, wie oft du monatlich Lebensmittel einkaufen gehst.
  3. Trage mit ein paar Zeilen Abstand weitere Bezeichnungen in Spalte A ein, z.B. Kleidung, Tanken, Haustier und so weiter.
    Hier trägst du dann alle entsprechenden Ausgaben ein.
  4. Trage mit ein paar Zeilen Abstand als letzte Bezeichnung „Sonstiges“ in Spalte A ein.
    Hier trägst du alle anderen Ausgaben ein.

Wie viel Geld ist diesen Monat noch verfügbar?

  1. Unter allen Einnahmen und Ausgaben, wähle ein Feld in Spalte A und trage die Bezeichnung „Geld verfügbar“ ein. 
  2. Gib in der gleichen Zeile in Spalte B ein: =SUM(
  3. Halte die Shift-Taste gedrückt und klicke erst auf das Feld B2 und dann, in der selben Spalte, auf das letzte Feld vor der „Geld verfügbar“-Zeile, z.B. Feld B49.
    Die Formel sollte nun lauten =SUM(B2:B49
  4. Gib „)“ ein, um die Klammer zu schließen und drücke die Enter-Taste.
    Wenn du alle Einnahmen und Ausgaben und den Kontostand des Vormonats richtig eingetragen hast, erscheint in diesem Feld jetzt ein Geldbetrag. So viel Geld hast du in diesem Monat noch zur Verfügung. Der Betrag wird sich entsprechend anpassen, wenn du weitere Ausgaben hinzufügst.

Und in den kommenden Monaten?

Das Feld, in dem du siehst, wie viel Geld du noch zur Verfügung hast, ist am Ende des Monats logischerweise auch dein Kontostand.

  1. Trage im Feld C1 ein: =
  2. Klicke dann auf das Feld, das dir anzeigt, wie viel Geld du im Monat davor noch zur Verfügung hast, z.B. B50.
    Die Formel sollte nun lauten: =B50. Dein Kontostand vom Vormonat wird jetzt automatisch im Feld C1 angezeigt und passt sich auch automatisch an, wenn du weitere Ausgaben zum Vormonat hinzufügst.
  3. Klicke auf das Feld, das dir anzeigt, wie viel Geld du im Monat davor noch zur Verfügung hast, z.B. B 50, halte die Maustaste gedrückt und ziehe den Mauszeiger in der Zeile nach rechts. 
    So wird die richtige Formel für die nachfolgenden Monate eingefügt.
  4. Klicke auf das Feld, das dir den Kontostand vom Vormonat anzeigt, z.B. C1, halte die Maustaste gedrückt und ziehe den Mauszeiger in der Zeile nach rechts. 
    So wird dein Kontostand immer automatisch für die nachfolgenden Monate angezeigt.

Lass dich nicht durch hohe Beträge in nachfolgenden Monaten verwirren: Die Beträge werden ja niedriger, sobald du alle Ausgaben in den Monaten eingetragen hast.

Zusätzliche Tipps

Jetzt weißt du, wie man einen Finanzplan erstellen kann, aber du musst ihn auch benutzen und alle Kontobewegungen zuverlässig eintragen. Überprüfe alle paar Monate mal, ob der angezeigte Restbetrag für den Monat wirklich stimmt, denn manchmal vergisst man Kleinbeträge von unerwarteten Abbuchungen. Mithilfe von Linien, Formatierung der Schrift und bedingter Formatierung (dazu einfach Rechtsklick auf ein Feld und im Menü „Bedingte Formatierung“ auswählen), kannst du deinen Plan noch etwas übersichtlicher gestalten.

Hier kannst du dir den im Video „Finanzplan erstellen: Behalte dein Geld im Blick“ erstellten Finanzplan ansehen.